Stadtregionen im Spannungsfeld zwischen Wohnungsfrage und Flächensparen: Trends, Strategien und Lösungsansätze in Kernstädten und ihrem Umland

Vortrag
Sitzungstermin
Freitag (22. September 2023), 14:30–16:00
Sitzungsraum
HZ 10
Autor*innen
Sebastian Eichhorn (ILS)
Denise Ehrhardt (IÖR)
Angelika Münter (ILS)
Mathias Jehling (IÖR)
Martin Behnisch (IÖR)
Kurz­be­schreib­ung
Ziel des Beitrages ist es, das Spannungsfeld zwischen Wohnungsfrage und Flächensparen zu analysieren und planerische Handlungsoptionen zu dessen Abmilderung darzustellen.
Schlag­wörter
Flächenneuinanspruchnahme, bezahlbares urbanes Wohnen, Stadtplanung, qualitativer systemdynamischer Ansatz, Siedlungsentwicklung

Abstract

Wachsende Stadtregionen befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen hohen Boden- und Wohnungspreisen und nationalen Flächensparzielen. Die Mobilisierung von Bauland zur Schaffung von Wohnraum und die Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme stellen einen Zielkonflikt dar, der nur durch einen integrierten Blick auf die Instrumente zur Adressierung beider Herausforderungen aufgelöst werden kann. Um dieses Spannungsfeld analytisch zu betrachten, werden mithilfe eines regionalen Wirkungsmodells die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wohnungsmärkten und der Flächenneuinanspruchnahme für Wohnen in Kernstädten und ihrem Umland abgebildet und als theoretischer Rahmen genutzt. Trends der Siedlungsentwicklung sowie kommunale und regionale Lösungsstrategien in deutschen Stadtregionen werden mit einem Mixed-Methods-Ansatz untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Flächeneffizienz in Kernstädten und dem gut erreichbaren und verdichteten Umland bei gleichzeitig hohen, preisbedingten Wanderungsgewinnen im weniger verdichteten Umland, wo nach wie vor Einfamilienhausbautätigkeit dominiert. Es wird deutlich, dass die Flächenfrage im Umland nicht unabhängig von der Wohnungsfrage in den Kernstädten betrachtet werden kann. Nur wenn in den Kernstädten bezahlbarer und qualitätsvoller Wohnraum insbesondere für Familien geschaffen wird, kann die regionale Flächenneuinanspruchnahme minimiert werden. Hierfür ist insgesamt ein konsequenterer Einsatz bestehender boden- und flächenpolitischer Instrumente in Kombination mit einem regionalen Commitment zu höheren Dichten – das unter anderem im Rahmen von interkommunalen Kooperationen vorbereitet und fixiert werden kann –notwendig.