Junger Kongress der Geographie

Zum Jungen Kongress für Geographie (JKG) sind Studierende und Aktivist*innen herzlich eingeladen sich auszutauschen, zu vernetzen und die Themen der Gegenwart zu diskutieren!

Wir, Geographie-Studierende der Goethe-Universität Frankfurt und GeoDACH, möchten Euch herzlich zum Jungen Kongress für Geographie einladen, der innerhalb des 62. Deutschen Kongresses für Geographie stattfinden wird. Wir wollen ein gemeinsames Forum schaffen, das Raum für Austausch, Vernetzung und Diskussion bietet. Die Ausgestaltung möchten wir gerne mit Euch zusammen vornehmen: Schickt uns Ideen und Beiträge, um den JKG gemeinsam zu gestalten. Da es uns ein Anliegen ist, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern auch sie zu verändern, laden wir auch herzlich Aktivist*innen ein. Studierende und Aktivist*innen produzieren Wissen und stehen für Perspektiven ein, die viel zu oft überhört werden. Deshalb möchten wir zusammenkommen, um unseren Beiträgen eine Sichtbarkeit und Wertschätzung zu verleihen sowie uns in einem hierarchiefreien Raum zu aktuellen Debatten auszutauschen. Der JKG und andere studentische Initiativen haben es immer wieder geschafft, wichtige Akzente in den geographischen Wissenschaften zu setzen – daran möchten wir anschließen und neben fachlichen Beiträgen uns auch zur gegenwärtigen Lage der Geographie verständigen. 

Zur aktuellen Planung und wie Ihr mitmachen könnt

Ab dem 1. März 2023 startet der Call for Participation, bei dem Ihr dazu aufgerufen seid, Eure (vorläufigen) Ideen und Beiträge für den JKG einzureichen und den Kongress mit uns zu gestalten! Dabei ist alles möglich: Ihr könnt Eure Haus-, Bachelor- oder Masterarbeiten vorstellen, Vorträge zu Euren Wunschthemen halten, Diskussionsrunden organisieren, Stadtrundgänge anbieten, Film- oder Kunstprojekte präsentieren und vieles mehr – Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Darüber hinaus ist es möglich, wenn ihr Euch vernetzt und zusammen Beiträge und Ideen erstellt, gerne können wir Euch auch mit anderen Menschen zusammenbringen. In unserem Orga-Team sind Studierende aus Bachelor wie Master, Physischer Geographie wie Humangeographie, und mit unterschiedlichen Interessen vertreten – schreckt also nicht zurück vor Wissenshierarchien, jeder Beitrag ist spannend und wichtig! Für Inspiration könnt Ihr gerne in das Veranstaltungsheft des letzten JKG in Kiel 2019 hineinschnuppern. Wir freuen uns auf Euch und schreibt uns gerne, wenn Ihr Fragen an uns habt (jkg@dkg2023.de). Ihr könnt uns Eure Ideen und Beiträge ab dem 01. März auch über diese Mailadresse zukommen lassen, wenn der Call for Participation startet.

Jede Konferenz hat ihr Motto. Auch wir haben uns eines ausgedacht, mit dem wir kritische Akzente aus der Studierendenschaft setzen wollen – es sind aber auch andere Themen und unabhängige Beiträge möglich. Deshalb kommt zusammen unter dem Motto:

Kritische Zustände: Multiple Perspektiven auf die planetare Gegenwart

Sozialen Beziehungen, Institutionen, Naturverhältnissen und Ideologien werden durch strukturelle Machtverhältnisse wie Kapitalismus, Patriarchat, koloniale Kontinuitäten, Rassismus und Antisemitismus maßgeblich geprägt. Diese Strukturen führen zur Privilegierung bestimmter Lebensweisen und Subjekte sowie Unterdrückung anderer Körper und Leben. Die „kritischen Zuständen“ beschreiben die bestehende Situationen, die produzierte Ungleichheiten und Zerstörungen aus sozialen und historischen Kräften vorgeben und reproduzieren – und dass im planetaren Ausmaß. Mit der Humangeographie lassen sich Spannungsfelder der Wechselwirkung von sozialen Verhältnissen und Raumproduktionen aufzeigen. Denn trotz Unterdrückungen existieren Handlungsspielräume und widerständige Praktiken.

Diese Verhältnisse produzieren die anthropogene Klimakrise, der die Existenz des planetaren Lebens bedroht. So ist zu beobachten, dass vorhergesagte Kipppunkte in Gegenwart und naher Zukunft bereits überschritten werden. Denn die Ausbeutung der Natur und ihrer Ressourcen verursachen Extremwetterereignisse und die Zerstörung von Ökosystemen, Biodiversität, Böden und Riffen sowie die Verunreinigung von Ozeanen, Grundwasser und der Atmosphäre. Hierfür erarbeiten Physische Geograph*innen die Wissensgrundlagen für die Analyse der kritischen Zustände des anthropogenen Klimawandels.

Gemeinsam wollen wir die gegenwärtigen kritischen Zustände analysieren und dabei Unterdrückungen, Differenzen, Unsichtbarkeiten und gesellschaftliche Naturverhältnisse offenbaren. Diese Erkenntnisse finden Eingang in das weite Feld der Angewandten Geographie, wie unter anderem in Raum- und Stadtplanung, Mobilitätspläne und Standortberatung. Mit „kritischen Zuständen“ als Motto möchten wir uns auch auf die Situation von Studierenden im Rahmen der neoliberalen Hochschule beziehen. Wir wollen Sitzungen zu unterschiedlichen Facetten unseres Mottos anbieten. Darüber hinaus wird es auch “freie” Sitzungen geben, in denen Ihr weitere Themen unabhängig vom Motto diskutieren könnt. Wir stehen für eine emanzipatorische und kritische Wissenschaft und Bildung ein, bei der wir die Potenziale der physischen Geographie und der Humangeographie nutzen möchten, interdisziplinär, multiperspektivisch und mit verschiedenen Methoden zu arbeiten.