Kleine Städte in Zeiten großer Herausforderungen: Aktuelle Fragen und Perspektiven für die Kleinstadtforschung (1/2)

Fachsitzung
Sitzungs-ID
FS-212
Sitzungsreihe
Gehe zu: Teil (2/2)
Termin
Mittwoch (20. September 2023), 09:00–10:30
Raum
SH 0.106
Sitzungsleitung
Martin Sondermann (ARL - Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaf)
Lars Porsche (BBSR)
Kurz­be­schreib­ung
Wie erleben und gestalten die Menschen in Kleinstädten die multiplen Krisen und Herausforderungen unserer Zeit? In der Session bieten wir ein Forum für aktuelle Studien der Kleinstadtforschung sowie thematische, theoretische und methodische Impulse für weitere Forschungen.
Schlag­wörter
Stadtgeographie, Raumforschung
Christian Höcke (vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.)
Duncan Barahona (vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.)
Lokalpolitisches Ehrenamt im ländlichen Raum: Zur Funktionsweise und Zukunftsfähigkeit von Ortsteilvertretungen in Kleinstädten
Silke Weidner (BTU Cottbus-Senftenberg)
Thora Haubold (BTU Cottbus-Senftenberg)
Erkenntnisse aus der interdisziplinären Netzwerkarbeit des „HochschulCampus KleinstadtForschung“ (HCKF)
Hélène Roth (Université Clermont Auvergne)
Joséphine Lécuyer (Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne)
Stadterneuerung von Kleinstädten und Aufnahme von Asylsuchenden in Frankreich

Abstract der Sitzung

Wie erleben und gestalten die Menschen in Kleinstädten die multiplen Krisen und Herausforderungen unserer Zeit? Wie anpassungsfähig und wie resilient sind Kleinstädte hinsichtlich ihrer sozioökonomischen Strukturen, baulichen Beschaffenheit und infrastrukturellen Versorgung?

Die Raumwissenschaften und insbesondere die Stadtforschung sind bislang ausgesprochen großstadtorientiert: Während die meisten Metropolen der Welt sehr gut erforscht sind und werden, fehlt ein systematischer und vergleichender Wissensstand über andere Stadt- und Gemeindetypen. In jüngster Zeit wird daher die Etablierung einer systematischen, interdisziplinären und genuinen Kleinstadtforschung angestrebt, die empirisch und vergleichend Kleinstädte in verschiedenen Themen- und Handlungsfeldern untersucht (ARL 2019). Zugleich wurde der bisherige Wissensstand, der sich meist aus Einzelfallstudien speist, zusammengetragen und zahlreiche Forschungslücken identifiziert (Steinführer et al. 2021).

Kleinstädte nach BBSR-Abgrenzung machen fast die Hälfte aller Gemeinden Deutschlands aus, und hier lebt rund ein Drittel der Bevölkerung, womit sie mit Großstädten fast gleichauf liegen. Allein hinsichtlich der gesellschaftlichen Lebensrealität lohnt sich also genauer hinzuschauen und Kleinstädte als eigenen Stadttypus zu erfassen – mit komplexen inneren Strukturen und regionalen Funktionen, wirtschaftlichen Dynamiken sowie einer Vielfalt baulicher und sozialer Umwelten. Aus dem Zusammenspiel der gesellschaftlichen Krisen der Gegenwart mit bereits zuvor existenten strukturellen Problemen (wie beispielsweise der Verlust vormaliger Bedeutung, negative demographische Entwicklungen oder unzureichende öffentliche Gewährleistungsressourcen für kommunale Aufgaben) ergeben sich stadtpolitische und stadtplanerische Herausforderungen, die Forschungsfragen für sozialgeographische Untersuchungen aufwerfen.

In der Session bieten wir ein Forum für aktuelle Studien der Kleinstadtforschung sowie thematische, theoretische und methodische Impulse für weitere Forschungen. Dabei sollen insbesondere Themen des Tagungsmottos „Planetary Futures: Über Leben in kritischen Zeiten“ zum Tragen kommen:

Über diese Themenauswahl hinaus sind aber auch andere Beiträge aus der Kleinstadtforschung herzlich willkommen.