Perspektiven zur Kooperativen Stadt- und Regionalentwicklung

Fachsitzung
Sitzungs-ID
FS-302
Termin
Mittwoch (20. September 2023), 16:30–18:00
Raum
SH 1.108
Sitzungsleitung
Martin Heintel (Universität Wien)
Yvonne Franz (Universität Wien)
Kurz­be­schreib­ung
Diskutiert werden Konzepte, Methoden und Praxisbeispiele, die eine „Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung“ umsetzen, reflektieren und weiterentwickeln.
Schlag­wörter
Regionalentwicklung, Methoden, Partizipation
Sabine Hostniker (Universität Graz)
Marc Michael Seebacher (Amt der Steiermärkischen Landesregierung)
Nur ein Flirt oder „Fix zamm“? Einblicke in eine Wissenschafts-Praxis-Kooperation im Bereich der Regionalentwicklung in der Steiermark

Abstract der Sitzung

Kooperation ist „der“ Schlüssel zur Bearbeitung zukünftiger räumlicher Fragestellungen. Dies ist die vorangestellte These dieser Fachsitzung, die sich aus aktuellen Beiträgen raumwirksam agierender Akteur\*innen ableitet. Gegenwärtige Fragestellungen zeigen in ihrer Komplexität und räumlichen Verflechtung, dass sie nicht vor Verwaltungsgrenzen halt machen. Noch kann in einer horizontalen oder vertikalen Governance davon ausgegangen werden, dass zielorientierte Prozesse automatisch zukunftsorientierte Lösungen hervorbringen (vgl. Franz & Heintel, 2022). Es bedarf somit der Weiterentwicklung etablierten Wissens und Praktiken der Zusammenarbeit, Kommunikation und Partizipation. Kooperierende Netzwerke benötigen neben einer gemeinsamen Sprache vor allem auch kooperative Aushandlungen zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Stakeholdern sowie der Gesellschaft insgesamt, um raumwirksam handlungsfähig zu sein und die regionale Handlungsebene zu stärken.

Der Argumentation folgend, dass Kooperation reaktiv, programmatisch-konzeptionell oder antizipativ entstehen kann, gibt diese Fachsitzung neueren Beiträgen, die zu einer „Kooperativen Stadt- und Regionalentwicklung“ hin ausgerichtet sind, einen Raum zur Diskussion und Weiterentwicklung. Ziel soll es sein, mit dem Fokus auf „Kooperation“ komplexer werdende Transformationsprozesse wie Klimakrise, demographischen Wandel oder Digitalisierung kooperativ zu gestalten. Im Sinne eines „engaged pluralism“ (Brenner, 2018), richtet sich der Call an Personen, die in ihren Beiträgen räumlich wirksame Kooperationen vielfältiger Art sichtbar machen, analysieren, kritisch beleuchten und zur Diskussion stellen.

Vor diesem Hintergrund sollen in der Sitzung folgende Fragestellungen multi-perspektivisch diskutiert werden:

Wo liegen Anknüpfungspunkte und Anlässe zur Kooperation in der Stadt- und Regionalentwicklung – und worin unterscheiden sich diese in ihren spezifischen Kontexten?

Welche Rahmenbedingungen bilden die wesentlichen Voraussetzungen zur Kooperation?

Welche Steuerungsinstrumente und Maßnahmen eigenen sich besonders, um Kooperationen zu sichern? Wo bzw. wodurch wird Kooperation gehemmt bzw. verhindert? Wo liegen Begrenzungen in der Kooperation vor?

Was sind erfolgreich erprobte Ansätze, Strategien und Konzepte, die für ein Verständnis der „Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung“ verwendet und weiterentwickelt werden können?

Literatur

Brenner, N. (2018). Debating planetary urbanization: For an engaged pluralism. Environment and Planning D: Society and Space, 36(3). S. 570–590.

Franz, Yvonne und Heintel, Martin (Hg.) (2022): Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung. Wien: facultas (= UTB 5880)