What planetary futures? (1/2)

Fachsitzung
Sitzungs-ID
FS-279
Sitzungsreihe
Gehe zu: Teil (2/2)
Termin
Mittwoch (20. September 2023), 14:30–16:00
Raum
SH 3.101
Sitzungsleitung
Jochen Laub (RPTU Kaiserslautern-Landau)
Fabian Pettig (Universität Graz)
Kurz­be­schreib­ung
Die Session öffnet Raum zur Diskussion möglicher Orientierungen von Geographieunterricht angesichts ungewisser Zukünfte. Dabei stehen geographiedidaktische Herausforderungen im Kontext einer sozial-ökologischen Transformation im Fokus.
Schlag­wörter
Geographische Bildung, Gesellschaftliche Naturverhältnisse, Geographiedidaktik, Transformationsforschung, Mensch-Umwelt-Beziehungen, Geographieunterricht

Abstract der Sitzung

Angesichts sich drastisch verändernder sozialer und ökologischer Bedingungen auf der Erde, werden drängende Fragen dazu diskutiert, wie mögliche Zukünfte aussehen können und sollen, welche Gestaltungsmöglichkeiten sich uns bieten und welche Rolle Bildung dabei zukommt. Zugleich ist es pädagogisch nicht unstrittig, aus Krisenerfahrungen oder -prognosen Bildungsziele im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung abzuleiten bzw. die Anforderung an Bildung zu legitimieren, auf “Nachhaltigkeit” abzuzielen (z.B. Jickling 1992, Euler 2014, Neuffer 2020, Hamborg 2022).

Die Debatte um die Bedeutung von Entwicklungen, absehbaren und bestehenden Krisen für (fach)didaktische Fragen ist nicht neu (siehe u.a. Klafki 1963, Schmidt-Wulffen 1981), erlangt aber in der erziehungswissenschaftlichen wie fachdidaktischen Diskussion um die Weiterentwicklung des Konzeptes einer Bildung für nachhaltige Entwicklung besondere Aktualität, bspw. durch das Anthropozän-Konzept (Sippl 2022), die Perspektive der Futures Literacy (Miller 2018) oder die Idee transformativer Bildung (Singer-Brodowski 2016). Derzeitige Ansätze kreisen häufig um Krisenphänomene, richten den Blick auf zukünftige Entwicklungen und implizieren als Aufgabe (fachlicher) Bildung, zur Bewältigung dieser Krisen beizutragen und damit einer jeweils bestimmten Idee einer “nachhaltigen Zukunft” zuträglich zu sein (Pettig & Ohl 2023). Ein reflektierender Blick auf mögliche (bzw. wünschenswerte) Zukünfte bedarf allerdings eines tiefen Verständnisses für die eigene Fachlichkeit als Kultur des (Voraus‑)Sehens (Laub 2023).

Für die geographiedidaktische Reflexion und die unterrichtliche Praxis zu nachhaltigkeitsbezogenen Fragestellungen entsteht eine Spannung zwischen Krise, Zukunft und Normativität. Es stellt sich etwa die Frage danach, welche normativen Implikationen bereits bestehende Krisen und erwartete Entwicklungen für zukunftsfähigen Geographieunterricht haben. Die Session soll Raum für geographiedidaktische Reflexionen dieses Spannungsverhältnisses öffnen. Entlang von theoretischen, empirischen und vermittlungspraktischen Beiträgen sollen zentralen Fragen der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen planetarer Zukünfte diskutiert werden, u.a.:

Die Beiträge und Diskussionen sollen Grundlage einer Ausgabe der Zeitschrift GW-Unterricht zum Schwerpunkt “Geographieunterricht angesichts ungewisser Zukünfte orientieren” werden.